Herbstanfang

Am 23. September ist Herbstanfang. Der Herbst ist eine der vier Jahreszeiten, die wir auf der Erde haben. Es sind dies

Frühling und Sommer bilden das Sommerhalbjahr, Herbst und Winter das Winterhalbjahr. 
Der Beginn der Jahreszeiten kann sich um einen Tag verschieben, was oft in Schaltjahren passiert. Aber auch in diesem Jahr war Frühlingsanfang am 22. März gewesen.  Wir erkennen, dass die Jahreszeiten unterschiedliche Tageslängen haben. Das Sommerhalbjahr dauert 186,4 Tage, das Winterhalbjahr ist mit 178,84 Tagen um rund siebeneinhalb Tage kürzer als das Sommerhalbjahr. 

Dies wird dadurch verursacht, dass sich die Erde im Winterhalbjahr näher an der Sonne aufhält als im Sommerhalbjahr und dadurch ihre Bahn schneller durchläuft. 

Die Jahreszeiten werden verursacht durch die Schrägstellung der Erdachse zu Ihrer Bahn. 

Die Erdachse ist auf ihrer Bahn um die Sonne um rund 23,4 Grad geneigt. Sie behält diese Neigung bei. Im Laufe von Jahrtausenden können zwar kleine Veränderungen vorkommen, die aber für die Jahreszeiten nicht sehr entscheidend sind. 

Auf der Hälfte ihrer Bahn ist die Nordhalbkugel der Sonne zugewandt. Sie bekommt dann den größten Teil des Sonnenlichts ab. Auf der Südhalbkugel fallen die Sonnenstrahlen schräger ein. Die gleiche Menge an Strahlen fällt dort auf eine größere Fläche, Dadurch ist der Anteil an Sonnenstrahlen pro Flächeneinheit geringer. Auf der Nordhalbkugel ist dann Frühling oder Sommer, auf der Südhalbkugel Herbst oder Winter. 
Im Winterhalbjahr ist die Südhalbkugel der Sonne zugeneigt, die dann den größeren Teil an Sonnenstrahlung abbekommt. 

An zwei Tagen im Jahr ist die Verteilung der Sonnenstrahlen auf der Erde ausgewogen. Die Sonne steht an diesen Tagen genau über dem Äquator, Nord- und Südhalbkugel der Erde bekommen den gleichen Anteil an Sonnenstrahlung. Dies geschieht am 21. März und am 23. September, dem Frühjahrs- und Herbst-Äquinoktium. (Frühjahrs- und Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche). An diesen beiden Tagen sind Tag und Nacht gleich lang.

Diese Darstellung zeigt deutlich die Schrägstellung der Erdachse gegenüber dem Himmelsäquator. Am 21. März und am 23. September schneidet die Erdbahn, die Ekliptik, den Himmelsäquator. Die Sonne steht dann direkt über dem irdischen Äquator, während sie sonst im Sommerhalbjahr nördlich von ihm steht und im Winterhalbjahr südlich.  Der Schnittpunkt der Ekliptik mit dem Äquator am 21. März wird auch Frühlingspunkt genannt. Ein anderer Name ist Widderpunkt, weil an diesem Tag die Sonne im Sternbild Widder gestanden hat. Zur Zeit steht sie an diesem Tag im Sternbild Fische und wird in einigen hundert Jahren am 21. März im Wassermann stehen. Dies ist allerdings nur für Astrologen von Bedeutung, Astronomen halten sich lieber an Fakten.

Die beiden Grafiken habe ich von Wikipedia übernommen. Sie sind für die Gemeingebrauch freigegeben und können auch in Websites verwendet werden.

 

Hier eine Weltkarte, die den Stand der Sonne zum diesjährigen Frühlingsanfang am 22. März zu unserer Mittagszeit zeigt. Die Sonne stand direkt auf dem Äquator. Der rote Punkt in Europa zeigt die Lage von Zweibrücken an. 

Die Sonne bescheint jetzt Nord- und Südhalbkugel gleichermaßen. Tag und Nacht sind gleich lang. Auf der Nordhalbkugel beginnt der Frühling. Die Bewohner am Äquator sehen am Mittag die Sonne im Zenit.

Auf der Südhalbkugel ist jetzt Herbstanfang. 

Die Karten sind mit dem Programm „Das Planetarium“ erstellt, ebenso die Grafik über die Sichtbarkeit der Planeten und die Stellung der Jupitermonde.

Am 21. Juni hat die Sonne den nördlichsten Punkt ihrer Bahn erreicht. Sie steht jetzt 23,4 Grad nördlich des Äquators. Dies entspricht der Neigung der Erdachse. 

Die Sonne wird sich von jetzt an wieder dem Äquator nähern. Vor 2000 Jahren erreichte sie diesen Punkt im Sternbild Krebs. Deshalb nennt man ihn auch Wendekreis des Krebses. Heute steht die Sonne an diesem Tag im Sternbild Stier.

Bewohner von Orten an diesem Wendekreis sehen die Sonne am 21. Juni zur Mittagszeit im Zenit. Der Wendekreis des Krebses verläuft unter anderem durch die Insel Taiwan und durch den Assuanstaudamm in Ägypten. In Amerika durchquert er Mexiko. 

Auf der Nordhalbkugel haben wir den längsten Tag, auf der Südhalbkugel den kürzesten. Denn dort ist Winteranfang.

Am 23. September überquert auf ihrer Wanderung nach Süden die Sonne wieder den Himmelsäquator. Tag und Nacht sind auf der Erde wieder gleich lang. Auf Nord- und Südhalbkugel verteilt sich die Sonnenstrahlung gleichmäßig. 

Die Sonne sinkt weiterhin täglich etwas mehr in südliche Richtung. Aber was heißt „sinken“? Dass Norden oben liegt und Süden unten, ist eine willkürliche Festlegung. Man könnte einen Globus genau so gut anders konstruieren, so dass Süden oben und Norden unten liegt. Dann würde die Sonne ansteigen. Und so sehen das auch die Bewohner der Südhalbkugel. 

Die großen Seefahrten gingen nun mal aber von Völkern aus, die auf der Nordhalbkugel der Erde beheimatet sind bzw. waren. und das hat dazu geführt, dass für uns Norden oben und Süden unten ist. 

Am 21. Dezember schließlich hat die Sonne den südlichsten Punkt ihrer Bahn erreicht. Sie wendet sich jetzt wieder nach Norden. Der entsprechende Breitengrad, 23,4 Grad südliche Breite, heißt auch Wendekreis des Steinbocks, auch wenn der Wendepunkt der Sonne jetzt im Schützen liegt. 

Dieser Wendekreis verläuft durch Australien, den Süden Madagaskars und durch Brasilien und Chile. Die größte Stadt, die er durchquert, ist wohl Sao Paolo in Brasilien. 

Auf der Südhalbkugel der Erde beginnt jetzt der Sommer, für uns der Winter.