Mittwoch, 04.12.2024, 19:00 Uhr, Audimax und Livestream
Dr. Ulrich Eberl, Zukunftsforscher, Biophysiker, Buchautor
Wasserstoff in allen Farben – neue Quellen für den wichtigsten Stoff der Energiewende
Europa wird künftig jedes Jahr Dutzende Millionen Tonnen an Wasserstoff benötigen: für den Umbau der Stahl- und Chemieindustrie, für schwere Lkw und Flugzeuge und für Strom in Dunkelflauten. Doch woher sollen diese enormen Mengen kommen? Vielleicht aus Erdgas, wobei das entstehende Kohlendioxid gespeichert wird? Das wäre der sogenannte „blaue“ Wasserstoff. Oder als „grüner“ Wasserstoff aus der Elektrolyse von Wasser mit Wind- oder Solarstrom? Den könnte man im windreichen Chile oder in den Wüsten Afrikas und Australiens gewinnen.
Bisher kaum bekannt: Auch rund um Europa gibt es Flächen, auf denen zehnmal mehr Wasserstoff erzeugt werden könnte, als der Kontinent benötigt. Gemeint ist der offene Ozean mehr als 100 Kilometer vor den Küsten von Norwegen, Schottland, Irland bis hinunter nach Portugal und Spanien. Dort könnten schwimmende Windturbinen grünen Wasserstoff erzeugen, der dann an organische Öle gebunden und mit Tankschiffen sicher und kostengünstig an Land transportiert würde. Das erste Pilotprojekt läuft bereits.
Vielleicht noch überraschender: In Nordfrankreich nahe dem Saarland glauben Forscher etwas gefunden zu haben, das es gar nicht geben sollte: große natürliche Wasserstoff-Reservoire unter der Erde. Wenn diese Millionen Tonnen an „weißem“ Wasserstoff tatsächlich existieren, wäre auch dies ein wichtiger Beitrag für eine klimaneutrale Zukunft Europas.
Der promovierte Biophysiker Ulrich Eberl hat 23 Jahre lang in der Industrie gearbeitet und ist seit 2015 als freier Wissenschaftsjournalist und Buchautor tätig. Sein Fokus liegt auf Trends bis 2050: Umwelt und Energie, Gesundheit und Mobilität, Industrie und Künstliche Intelligenz.
Weitere Infos zu Dr. Ulrich Eberl:
https://www.linkedin.com/in/ulrich-eberl-0aab0a1/ und www.zukunft2050.wordpress.com
Artikel zu den schwimmenden Windparks und dem weißen Wasserstoff (Bild der Wissenschaft, März 2024):
https://www.wissenschaft.de/magazin/bdw-aktuelles-heft/was-waere-wenn-3/
Livestream:
Wir freuen uns natürlich über möglichst viele Gäste von Ort, möchten aber denjenigen, die keine Gelegenheit haben nach Zweibrücken zu kommen, die Möglichkeit anbieten, den Vortrag live (und nur live!) über das Internet zu verfolgen. Eine Aufzeichnung des Vortrags ist nicht vorgesehen.
Der Livestream wird am Tag des Vortrags ab ca. 18:45 Uhr online sein und ist auch von außerhalb der Hochschule (ohne Anmeldung oder Zugangsdaten) erreichbar. Der Link ist für alle Vorträge gleich und lautet:
Mittwoch, 20.11.2024, 19:00 Uhr, Audimax und Livestream
Dr. Marc Okrand, Erfinder der Klingonischen Sprache, Washington D.C.
Klingon – how a fictional language turned real
Dieser Vortrag wird auf Englisch sein. English abstract below.
Dr. Marc Okrand, der Erfinder der klingonischen Sprache, wird berichten, wie es dazu kam, für die Fernsehserie Star Trek eine „echte“ Sprache zu entwickeln und was aus dieser Sprache geworden ist. Der Vortrag wird auf Englisch sein. Abstract in English below!
Klingonisch, eine Sprache, die 1984 für den Film Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock entwickelt wurde, sollte anders sein als jede andere Sprache auf der Erde, aber dennoch als echte Sprache erkennbar sein und nicht nur ein sinnloses „Geplapper“. Um sowohl fremdartig als auch natürlich zu sein, wurde die Sprache so konstruiert, dass sie verschiedenen linguistischen Prinzipien folgte und diese gleichzeitig verletzte.
Nachdem die grundlegende Grammatik und der Wortschatz festgelegt waren, erfuhr die Sprache während der Dreharbeiten unerwartete Änderungen, da Schauspieler gelegentlich Wörter falsch aussprachen und Autoren Dialoge überarbeiteten oder die Übersetzungen in Untertiteln änderten. Als die Zahl der Star Trek-Produktionen zunahm, insbesondere im Fernsehen, hörte man Klingonisch immer häufiger, wobei verschiedene Autoren und Produzenten neue Wörter oder Ausdrücke einführten.
Gleichzeitig entwickelte sich eine Gemeinschaft von „Klingonisch-Sprechern“ und die Sprache wurde in immer allgemeineren Kontexten verwendet. Klingonisch war im 23. Jahrhundert nicht mehr nur auf Gespräche beschränkt, die für außerirdische Krieger im Weltall angemessen waren, sondern entwickelte sich zu einer Sprache, die sich zum Übersetzen literarischer Werke, zum Komponieren eigener Lieder und Geschichten oder einfach zum Reden über alltägliche Probleme der Erde im 21. Jahrhundert eignete.
English Version:
Klingon, a language created for the film Star Trek III: The Search for Spock in 1984, was designed to be unlike any language on Earth but still be recognizable as an actual language and not just random noise. To be both alien and natural, the language was constructed by following and yet also violating various linguistic principles.
Once the basic grammar and vocabulary were established, the language underwent unanticipated alterations because of the process of filmmaking itself as actors occasionally mispronounced words and writers revised dialogue or changed the translations in subtitles. As the number of Star Trek productions increased, especially on television, Klingon was heard more and more frequently, with new words or phrases introduced by various writers and producers.
At the same time, a community of Klingon speakers developed and the language started being used in ever more general contexts. No longer restricted to conversations appropriate for alien warriors in outer space in the 23rd century, Klingon was becoming a language appropriate for translating works of literature, composing original songs and stories, or just talking about everyday concerns on 21st-century Earth.
Weitere Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Okrand
https://memory-alpha.fandom.com/de/wiki/Marc_Okrand
Livestream:
Wir freuen uns natürlich über möglichst viele Gäste von Ort, möchten aber denjenigen, die keine Gelegenheit haben nach Zweibrücken zu kommen, die Möglichkeit anbieten, den Vortrag live (und nur live!) über das Internet zu verfolgen. Eine Aufzeichnung des Vortrags ist nicht vorgesehen.
Der Livestream wird am Tag des Vortrags ab ca. 18:45 Uhr online sein und ist auch von außerhalb der Hochschule (ohne Anmeldung oder Zugangsdaten) erreichbar. Der Link ist für alle Vorträge gleich und lautet:
Mittwoch, 06.11.2024, 19:00 Uhr, Audimax und Livestream
Prof. Dr. Markus Groß (Sprachwissenschaftler an der HS KL) und Lieven L. Litaer (Der Klingonischlehrer)
Wie man eine Sprache erfindet – Esperanto, Klingonisch und Co.
Der Sprachwissenschaftler Markus Groß wird zunächst einen Einblick in die Interlinguistik geben, einen Bereich der Sprachwissenschaft, der sich mit sogenannten „Plansprachen“ befasst. Danach wird er einige Projekte von künstlich geschaffenen Sprachen vorstellen. Volapük, war die erste zum Zwecke der internationalen Verständigung geschaffene Sprache, die eine Anhängerschaft hatte. Sie wurde vom Esperanto abgelöst, das heute von wahrscheinlich einigen Millionen Menschen zumindest verstanden wird und in dem es Übersetzungen eines großen Teils der Weltliteratur gibt. Außerdem wird Groß in seinem Vortrag auf „literarische“ Kunstsprachen eingehen, wie sie zum Beispiel in J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ vorkommen.
Prof. Markus Groß studierte Phonetik und Phonologie, Romanistik, Indogermanistik, Orientalistik und angewandte Linguistik. Bevor er 1994 an die Hochschule in Zweibrücken berufen wurde, arbeitete er als Dolmetscher und Übersetzer sowie als Lektor für Deutsch an der Kasetsart-Universität in Bangkok.
Der Klingonischexperte Lieven L. Litaer gewährt einen Einblick in die Entstehung der klingonischen Sprache. Was war der Zweck der Sprache und für wen wurde sie entworfen? Wer ist der Erfinder der Sprache und wie hat dieser es geschafft, tausende Wörter zu erfinden?
Der Klingonischlehrer, wie er sich selbst nennt, hat für die Serie „Star Trek: Discovery“ die Untertitel ins Klingonische übersetzt. Er arbeitet eng mit dem Erfinder der klingonischen Sprache zusammen, der ihn zu den besten Klingonischsprechern auf unserem Planeten zählt. Neben Lehr- und Wörterbüchern über Klingonisch hat Litaer auch Literaturklassiker wie „Der kleine Prinz“ und „Alice im Wunderland“ ist Klingonische übersetzt. Im „echten Leben“ arbeitet Lieven Litaer in Saarbrücken als Architekt.
Weitere Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Markus_Gro%C3%9F_(Linguist)
https://lieven-litaer.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Lieven_L._Litaer
https://klingonisch.de
https://www.amazon.de/s?k=klingonisch
Livestream:
Wir freuen uns natürlich über möglichst viele Gäste von Ort, möchten aber denjenigen, die keine Gelegenheit haben nach Zweibrücken zu kommen, die Möglichkeit anbieten, den Vortrag live (und nur live!) über das Internet zu verfolgen. Eine Aufzeichnung des Vortrags ist nicht vorgesehen.
Der Livestream wird am Tag des Vortrags ab ca. 18:45 Uhr online sein und ist auch von außerhalb der Hochschule (ohne Anmeldung oder Zugangsdaten) erreichbar. Der Link ist für alle Vorträge gleich und lautet:
Mittwoch, 23.10.2024, 19:00 Uhr, Audimax und Livestream
Prof. Dr. Walter Arnold, Professor für Werkstofftechnik an der UdS und 1. Vorsitzender des NAWI
Die Kometenmission Rosetta – ein Rückblick nach 10 Jahren
Kometen sind Überreste der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Eis, Staub und lockerem Gestein. Sie bildeten sich in den äußeren, kalten Bereichen des Sonnensystems. Schon in der Frühzeit erregten Kometen großes Interesse, weil sie plötzlich auftauchten und sich völlig anders verhielten als andere Himmelskörper. Sie wurden deshalb häufig als Schicksalsboten oder Zeichen der Götter angesehen.
Im August 2014 erreichte nach über 10-jährigem Flug die ESA Raumsonde Rosetta den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Das Ziel der Rosetta Mission war die Bestimmung physikalischer und chemischer Eigenschaften des Kometen. Der „Orbiter“ Rosetta hatte den „Lander“ Philae an Bord, der am 12.11.2014 auf dem Kometen landete. Die Mission ging am 30.09.2016 zu Ende, als auch der Orbiter auf dem Kometen aufgesetzt wurde und darauf die Kommunikation mit Rosetta abbrach.
Auf Rosetta und Philae wurden je 10 verschiedene Messinstrumente betrieben, darunter auch das Experiment SESAME („Surface Electric Sounding and Acoustic Monitoring Experiment“) mit dem Instrument CASSE (Comet Acoustic Seismic Sounding Experiment), das am Fraunhofer IZFP in der Abteilung GR mitentwickelt wurde. Die Grundlagen dieser Messungen sind zerstörungsfreie Prüfverfahren, das Arbeitsgebiet des Fraunhofer IZFP, in dem Prof. Arnold während der Rosetta-Mission tätig war.
Es wird ein Überblick über den Verlauf des Fluges von Rosetta und dem Ablauf der Mission gegeben und die wichtigsten Ergebnisse aus CASSE und aus anderen Rosetta Instrumenten vorgestellt, besonders zur Zusammensetzung des Kometenmaterials und zur Frage, ob das Wasser zur Erde durch Kometeneinschläge gebracht wurde.
Prof. Arnold war in verschiedenen Positionen als Wissenschaftler in der Festkörperphysik und der angewandten Physik tätig – sowohl im akademischen Umfeld als auch in der Industrie. Von 1980 bis zu seinem „Ruhestand“ Ende 2007 war er am Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren in Saarbrücken tätig. Im Jahr 1989 wurde er zum Professor für Werkstofftechnik an der Universität des Saarlandes berufen. Seit 2009 ist er Gastprofessor am Physikalischen Institut der Universität Göttingen und arbeitet außerdem noch als freiberuflicher Berater.
Weitere Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rosetta_(Raumsonde)
Livestream:
Wir freuen uns natürlich über möglichst viele Gäste von Ort, möchten aber denjenigen, die keine Gelegenheit haben nach Zweibrücken zu kommen, die Möglichkeit anbieten, den Vortrag live (und nur live!) über das Internet zu verfolgen. Eine Aufzeichnung des Vortrags ist nicht vorgesehen.
Der Livestream wird am Tag des Vortrags ab ca. 18:45 Uhr online sein und ist auch von außerhalb der Hochschule (ohne Anmeldung oder Zugangsdaten) erreichbar. Der Link ist für alle Vorträge gleich und lautet:

Tag der Astronomie und Komet am 19. Oktober 2024!
Das Weltall mit eigenen Augen sehen
Am 19. Oktober 2024 laden Sternwarten, Planetarien usw. (Veranstalter in ganz Deutschland und der Schweiz) wieder dazu ein, die Welt der Sterne mit den eigenen Augen zu erkunden – zur besten Sichtbarkeit des Ringplaneten Saturn, mit dem Mond in der Nähe der Plejaden und dem Kometen C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS) am Abendhimmel.
Komet am Abendhimmel
Ein gut beobachtbarer, auffällig heller Komet steht ganz oben auf der Wunschliste von Amateuren und Astronomiebegeisterten weltweit. Noch steht nicht fest, ob der Anfang 2023 entdeckte Komet C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS) die in ihn gesetzten Hoffnungen auch erfüllen wird – ein guter Kandidat ist er jedenfalls und am Astronomietag wird er im deutschen Sprachraum gut beobachtbar am Himmel stehen. Aber auch wenn sich die Helligkeit von Tsuchinshan-ATLAS sich ungünstig entwickeln sollte, hat der Astronomietag immer noch jede Menge zu bieten!
Der Sternhimmel am Astronomietag
Mitte Oktober kann man sich abends von den Sommersternbildern verabschieden: Im Südwesten stehen die Sternbilder Schwan, Leier und Adler noch hoch am Himmel. Deren drei Hauptsterne Deneb, Wega und Atair bilden das sogenannte „Sommerdreieck“. Bei dunklem Himmel sieht man hier das Band der Milchstraße, doch der abnehmende Mond über dem Osthorizont sorgt bereits für Aufhellung. Bei genauerem Hinsehen erkennt man später direkt oberhalb des Mondes das markante Sterngrüppchen der Plejaden. In südöstlicher Himmelsrichtung leuchtet in einer sonst sternarmen Umgebung im Wassermann der Ringplanet Saturn.
Im Laufe der Nacht gehen die Sommersternbilder im Westen unter, die Herbststernbilder passieren die Südrichtung, im Osten treten die Wintersternbilder und mit ihnen auch der Jupiter im Sternbild Stier über den Horizont, der von Monden begleitet wird, die man im Fernrohr einer Sternwarte gut sehen kann. Wer bis nach Mitternacht durchhält, kann sogar den Himmelsjäger Orion begrüßen.
Der NAWI-Verein öffnet am 18.10. und am Astronomietag, den 19.10., bereits um 19 Uhr die Sternwarte zur Kometenbeobachtung. Weiterhin findet am 16.10.2024 im Kolloquium der HS Zweibrücken um 19 Uhr der Vortrag „Simon Marius – Der Arzt, Astronom und Mathematiker starb vor 400 Jahren“ statt. Ein weiterer Vortrag findet am 23.10.2024 um 19:00, ebenfalls im Kolloquium, statt: „Die Kometenmission Rosetta – ein Rückblick nach 10 Jahren“ anlässlich der Landung des Landers Philae auf Komet 67P vor 10 Jahren.
Einzelheiten zu den Vorträgen direkt im Anschluss an diesen Text bzw. direkt darüber.
Mittwoch, 16.10.2024, 19:00 Uhr, Audimax und Livestream
Dr. Rolf-Dieter Schad, Augenarzt aus Zweibrücken und NAWI-Mitglied
Simon Marius – Der Arzt, Astronom und Mathematiker starb vor 400 Jahren
Nur wer sich für die Geschichte der Astronomie interessiert, weiß, dass Simon Marius (1573 –1624) zeitgleich mit Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde entdeckt hat.
Die International Astronomical Union rief 2009 das „Internationale Jahr der Astronomie“ aus, in dem Johannes Kepler und Galileo Galilei im Mittelpunkt standen. Kepler veröffentlichte 400 Jahre zuvor das Buch „Astronomia Nova“ und Galilei seine Entdeckung der Jupitermonde. Das war damals eine Schwelle zwischen Antike und Neuzeit, in der sich das Weltbild fundamental zu wandeln begann.
Aber nicht nur Kepler und Galileo nutzten das neu erfundene Fernrohr, sondern auch andere, die von der breiten Öffentlichkeit aber eher unbeachtet blieben. Einer davon war der fränkische Arzt, Astronom und Mathematiker Simon Mayr, genannt Marius. Er entdeckte zeitgleich mit Galilei die vier großen Jupitermonde, sah sich aber damals des Mobbings und dem Vorwurf eines Plagiats ausgesetzt, was bis ins 20. Jahrhundert anhielt. Grund genug, über das Leben und die Entdeckungen von Simon Mayr zu berichtet.
Dr. Rolf-Dieter Schad ist in Zweibrücken als Augenarzt bekannt. Er ist seit fast 20 Jahren aktives Mitglied beim Naturwissenschaftlichen Verein zu Zweibrücken (NAWI) und hat viel zur Modernisierung der Sternwarte beigetragen. Seine zahlreichen Himmelsbeobachtungen und der Aufruf der Simon-Marius-Gesellschaft, zum 400. Todestag an den süddeutschen Astronomen zu erinnern, haben ihn zu diesem Vortrag inspiriert.
Weitere Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Simon_Marius
Link zur einer Festschrift zum Jubiläumsjahr von Simon Marius:
https://www.simon-marius.net/pix/content/26/Marius-Jubilaeum-2024_Praesentation.pdf
Livestream:
Wir freuen uns natürlich über möglichst viele Gäste von Ort, möchten aber denjenigen, die keine Gelegenheit haben nach Zweibrücken zu kommen, die Möglichkeit anbieten, den Vortrag live (und nur live!) über das Internet zu verfolgen. Eine Aufzeichnung des Vortrags ist nicht vorgesehen.
Der Livestream wird am Tag des Vortrags ab ca. 18:45 Uhr online sein und ist auch von außerhalb der Hochschule (ohne Anmeldung oder Zugangsdaten) erreichbar. Der Link ist für alle Vorträge gleich und lautet:
Die Nacht der Sternschnuppen – Beobachtung der Perseiden im August 2024
Es ist wieder soweit. Am Abend des 12. August findet das diesjährige Maximum der Perseiden statt. Bereits in den Nächten zuvor und danach lassen sich diese beobachten. Nicht selten sind sogenannte Feuerkugeln oder Boliden mit einer Helligkeit vergleichbar den hellsten Sternen. Die diesjährige Rate mit bis zu 25 Sternschnuppen pro Stunde wird etwas geringer ausfallen als in den Jahren zuvor.
Einen klaren Nachthimmel vorausgesetzt, öffnen wir unsere Sternwarte am Freitag den 9. August, Samstag den 10. August und Sonntag den 11. August ab 21 Uhr. Nachdem es genügend dunkel geworden ist, können Sie die Sternschnuppen selbst auf dem Gelände neben der Sternwarte beobachten. Auch unter AllSky7.net können Sie die Aufzeichnungen des AllSky Netzwerks von Meteoren, wie Sternschnuppen auch genannt werden, in ganz Europa beobachten. Unser Verein betreibt eine Kamera in diesem Netzwerk (siehe Kamera unter AMS59 (Zweibrücken/DE) auf der angezeigten Karte).
Weiterhin bieten wir unter fachkundiger Anleitung und Erklärung nach Einbruch der Dunkelheit, einen Blick durch unsere Teleskope auf die Objekte des sommerlichen Nachthimmels.
Mittwoch, 05.06.2024, 19:00 Uhr Audimax
Jasmin Gratz
Die Himmelsscheibe von Nebra – Astronomie der Bronzezeit
Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als Jahrhundertfund der Archäologie. Sie ist die älteste bekannte realistische Darstellung des (Nacht-) Himmels und hat die Sichtweise auf die mitteleuropäische Bronzezeitkultur grundlegend revolutioniert. Sie wurde in einem Gebiet gefunden, von dem Archäologen bis dahin annahmen, dass dort in der Bronzezeit primitive Völker lebten, was insbesondere auf das Fehlen von Schrift zurückgeführt wurde. Die Entdeckung der Himmelsscheibe durch Grabräuber führte zu einem und sorgte zu einer umfassenden archäometrischen Untersuchung der Bronzescheibe.
Die Himmelsscheibe stellt die Archäologen zunächst vor viele Rätsel zu ihrer Herkunft, ihrem Alter und ihrer Bedeutung. Die Fertigung der Himmelsscheibe unterteilt sich in fünf Phasen, welche unter Anderem die Nutzung als Kalender nahelegt und die Astronomie der Bronzezeit in ein neues Licht rückt.
Heute befindet sich die Himmelsscheibe in dem Landesmuseum Halle und stellt das Kernstück der Ausstellung dar.
Jasmin Gratz hat im Mai 2023 ihr Studium mit dem ersten Staatsexamen an der Universität des Saarlandes im Lehramt für Mathematik und Physik abgeschlossen. Seither absolviert sie das Referendariat für das Lehramt für die Sekundarstufe I und für die Sekundarstufe II in beiden Fächern im Saarland. In ihrer Abschlussarbeit hat sich Frau Gratz mit der Himmelsscheibe von Nebra und ihren Anwendungen für den Physikunterricht befasst.
Livesteam:
Wir freuen uns natürlich über möglichst viele Gäste von Ort, möchten aber denjenigen, die keine Gelegenheit haben am nächsten Mittwoch nach Zweibrücken zu kommen, die Möglichkeit anbieten, den Vortrag live (und nur live!) über das Internet zu verfolgen. Eine Aufzeichnung des Vortrags wird es über diesen Kanal nicht geben. Der Livestream wird am Mittwoch ab ca. 18:45 Uhr online sein und ist auch von außerhalb der Hochschule erreichbar.
Der direkte Link zum Livestream:
Mittwoch, 24.04.2024, 19:00 Uhr Audimax und Livestream
Dr. Gerhard Schwehm
Planetary Protection
Planetary Protection (PP) ist der Schutz der Körper im Sonnensystem vor der Kontamination durch terrestrisches Leben und umgekehrt der Schutz der Erde vor möglichen Lebensformen, die von anderen Körpern auf die Erde zurückgebracht werden.
Alle Raumfahrtagenturen beachten die Regeln und Anforderungen, die von COSPAR, dem Committee on Space Research, festgelegt werden. Diese Regeln basieren auf dem jeweiligen wissenschaftlichen Kenntnisstand, den wir über die Objekte in unserem Planetensystem haben und werden von einem Expertengremium von COSPAR, dem Planetary Protection Panel vorgeschlagen.
Planetary Protection wird seit dem Beginn der Raumfahrt diskutiert; bereits 1958 gründete der International Council of Scientific Unions (ICSU) ein Komitee „on Contamination by Extraterrestrial Exploration (CETEX)“ dass den Bedenken vieler Wissenschaftler Rechnung tragen sollte, dass Raumfahrtmissionen zum Mond und anderen Körpern im Sonnensystem deren zukünftige wissenschaftliche Erforschung kompromittieren könnte. Diese Aufgabe wurde kurz darauf COSPAR übertragen. COSPAR hat den internationalen Standard für Planetary Protection geschaffen, der seit 1967 auch als Richtschnur zur Einhaltung der Forderungen des Artikel IX des UN-Weltraumvertrags angesehen wird.
Ausgehend von den Apollo Missionen zum Mond, den Viking Missionen zum Mars wird gezeigt, wie sich die PP Anforderungen entwickelt haben. Am Beispiel der ESA Juice Mission zu den Jupitermonden sehen wir, was beim Bau eines Raumfahrzeugs beachtet werden muss, um die Vorgaben zu erfüllen. Die großen zukünftigen Herausforderungen für PP werden die Rückführung von Bodenproben vom Mars zur Erde sein und die ersten Astronauten auf dem Mars.
PP steht immer in enger Verbindung mit den Missionsplanern, um zu garantieren, dass die internationalen Vereinbarungen eingehalten werden. Der eigentliche Zweck ist die Unterstützung der wissenschaftlichen Erforschung der chemischen Evolution und des Ursprungs des Lebens im Sonnensystem.
Livestream:
Wir freuen uns natürlich über möglichst viele Gäste von Ort, möchten aber denjenigen, die keine Gelegenheit haben am nächsten Mittwoch nach Zweibrücken zu kommen, die Möglichkeit anbieten, den Vortrag live (und nur live!) über das Internet zu verfolgen. Eine Aufzeichnung des Vortrags wird es über diesen Kanal nicht geben. Der Livestream wird am Mittwoch ab ca. 18:45 Uhr online sein und ist auch von außerhalb der Hochschule erreichbar.
Der direkte Link zum Livestream:
Beteiligung der Sternwarte am Open Campus 2024
Die Sternwarte Zweibrücken beteiligt sich am 20.04.2024 am Tag der offenen Tür des Campus Zweibrücken.
Wir öffnen unsere Sternwarte von 10:00 bis 14:00 Uhr und bieten unseren Besuchern Einblicke in die Welt der Astronomie. Dabei erläutern wir nicht nur die Funktionsweise unserer Teleskope, sondern auch die dahinterstehende Technik. Zusätzlich haben unsere Gäste die Möglichkeit, die Sonne auf sichere und fachkundige Weise zu beobachten.
Mittwoch, 10.04.2024, 19:00 Uhr, Audimax
Der Vortrag von Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller über Neutronensterne muss verschoben werden. Stattdessen wird an diesem Tag folgender Vortrag stattfinden:
Mathias Jäger (Wissenschaftlich / Technischer Leiter, Planetarium Mannheim)
34 Jahre Hubble-Weltraumteleskop – eine Erfolgsgeschichte
Am 25. April 2024 jährt sich der Start des NASA/ESA Hubble –Weltraumteleskops zum 34. Mal. Dr. Mathias Jäger, ehemaliger Pressesprecher für das Teleskop von Seiten der ESA, wirft einen Blick auf die unfassbare Erfolgsgeschichte von Hubble, die wissenschaftlichen Durchbrüche, die es ermöglicht hat, aber auch auf die Rückschläge und Probleme der Mission. Dabei stellt er auch die Frage: Was kann ein 34 Jahre altes wissenschaftliches Instrument heute noch leisten? Und inwieweit ist Hubble durch das neue James Webb Weltraumteleskop obsolet geworden?
Mittwoch, 27.03.2024, 19:00 Uhr, Audimax
Dr. Helmut Warth, HYTRAC Team, Mannheim
Das deutsche Raumtransporter-Projekt SÄNGER: „Eine Technik von morgen, die gestern ins Museum kam!“
Dieser Vortrag war ursprünglich für den 17.01.2024 geplant und musste aufgrund der Wetterlage verschoben werden.
SÄNGER ist ein Konzept für einen wiederverwendbaren Raumtransporter, das von dem deutschen Raumfahrtpionier Prof. Dr.-Ing. Eugen Sänger entworfen wurde. Es wurde erstmals in den 1960er-Jahren für ein zweistufiges Trägersystem entwickelt. Mitte der 1980er-Jahre wurde diese Idee vom damaligen deutschen Luft- und Raumfahrtunternehmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm wieder aufgegriffen und mit Unterstützung des Ministeriums für Forschung und Technologie das Projekt SÄNGER II aus der Taufe gehoben, das ab 1995 durch die Neuordnung der Luft- und Raumfahrt-Industrie in Europa politisch keine Unterstützung mehr fand. Versuchskomponenten und technisches Know-how konnten aber ins Museum gerettet werden, wo sie heute in einem Flugzeughangar im Dornröschenschlaf schlummern.
Das HYTRAC Team (Hypersonic Transportation Consulting), das aus einer Gruppe von ehemaligen SÄNGER II Projektmitarbeitern und engen Freunden um Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Peter A. Kramer, dem verstorbenen ehemaligen Entwicklungsleiter der Antriebstechnologie von SÄNGER II, sowie seinem jüngsten Sohn, Rolf Kramer, besteht, haben es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Hyperschall-Projekt wieder zum Leben zu erwecken. Diese Technologie ist nach fast 40 Jahren immer noch innovativ, umweltfreundlicher, nachhaltiger und für die zivile sowie defensive Anwendung in der Luft- und Raumfahrt aktueller denn je.
Dr.-Ing Helmut Warth, der eine berufliche Erfahrung von mehr als 35 Jahren in den Bereichen Raumfahrt, Strömungsmaschinenbau und Fahrzeugtechnik aufweisen kann, ist im HYTRAC Team federführend für die Technische Koordination und die öffentliche Förderung dieses Projektes zuständig. Zusammen mit seinen Mitstreitern wird er über die Historie und den aktuellen Stand berichten.
Livestream:
Wir freuen uns natürlich über möglichst viele Gäste von Ort, möchten aber denjenigen, die keine Gelegenheit haben am nächsten Mittwoch nach Zweibrücken zu kommen, die Möglichkeit anbieten, den Vortrag live (und nur live!) über das Internet zu verfolgen. Eine Aufzeichnung des Vortrags wird es über diesen Kanal nicht geben. Der Livestream wird am Mittwoch ab ca. 18:45 Uhr online sein und ist auch von außerhalb der Hochschule erreichbar.
Der direkte Link zum Livestream:
https://video.hs-kl.de/Panopto/Pages/Sessions/List.aspx?folderID=8bd1420d-8297-4209-976d-af8200a6d151
Weitere Informationen unter:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sänger_(Raumtransportsystem)
Mittwoch, 31.01.2024, 19:00 Uhr, Audimax
Dr. Rolf-Dieter Schad (Augenarzt in ZW und NAWI-Mitglied)
Die Milchstraße und darüber hinaus in die Tiefen des Alls
In dunklen Nächten kann man am Himmel, neben vielen Sternen, ein leuchtendes Band erkennen. Das ist die Milchstraße, unserer Heimatgalaxie. Um den Überblick zu behalten, wurden die Sterne schon in der Antike zu Sternbilder zusammengefasst. Größe und Oberflächentemperatur variieren sehr stark, vom Braunen Zwerg bis zum Blauen Überriesen.
Viele Sterne stehen in Doppel- oder Mehrfachsystemen, in offenen Sternhaufen oder sehr zahlreich und eng in Kugelsternhaufen zusammen. Außerdem lassen sich Sternentstehungsgebiete, sterbende Sterne sowie Supernovae und deren Überreste beobachten. Circa. 2,4 Millionen Lichtjahre entfernt kann man mit bloßem Auge sogar die Andromeda-Galaxie als kleinen Lichtfleck erkennen. Unzählige Galaxien folgen in den Tiefen des Alls. Einige der gut beobachtbaren Objekte sind im berühmten Messier-Katalog zusammengefasst. Das ganze Universum expandiert, die daraus resultierende Rotverschiebung kann sogar der Amateurastronom nachweisen.
Dr. Rolf-Dieter Schad ist den Zweibrückern als Augenarzt bekannt. Es ist seit fast 20 Jahren aktives Mitglied beim Naturwissenschaftlichen Verein zu Zweibrücken (NAWI) und hat viel zur Modernisierung der Sternwarte beigetragen. Seine zahlreichen Himmelsbeobachtungen und das Motto des Wissenschaftsjahr 2023 „Unser Universum“ haben ihn zu diesem Vortrag inspiriert.
