Meteoriteneinfall am 8.3.2026
Gestern am 8.3.2026 wurde um kurz vor 19 Uhr von vielen Personen über mehreren Bundesländern eine Lichtspur am Himmel beobachtet. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Meteor handelte, der die Atmosphäre durchquerte und dabei die Leuchterscheinungen durch Ionisation und Rekombination der Luftmoleküle und des abschmelzenden Materials eines Asteroiden/Meteoriten erzeugte, siehe auch Helle Lichterscheinung über dem Saarland und Rheinland-Pfalz – Astroblog in Zweibrücken.
Ein Teil des Meteoriten blieb ganz und fiel auf das Dach eines Hauses in Koblenz. Der Eintritt wurde von 15 verschiedenen Stationen des AllSky7 Fireball Network Europe aufgezeichnet (die Kamera des NAWI-Vereins, AMS59, wird zurzeit repariert). Hier ist eine Aufnahme der Station AMS76 (Herkenrath, Bernd Klemt) zu sehen.
Als Meteoroide bezeichnet man kleinere Objekte im Weltraum, die zum Beispiel durch Kollisionen von Asteroiden, durch Ausbrüche und Zerfallen von Kometen, aus der Hülle von Planeten stammend, entstehen. Sogar interstellarer Ursprung ist möglich. Treten diese in die Erdatmosphäre ein, werden sie zu einem Meteor bzw. einer Sternschnuppe. Erreichen sie die Erdoberfläche, werden sie als Meteorite bezeichnet. Falls man sie einem beobachteten Ereignis zuordnen kann, nennt man sie einen Fall, ansonsten ein Fund. Die International Meteor Organisation sowie die Internationale Astronomische Union definierten die untere Grenze der Größe von Meteoriten mit 30 Mikrometer, die obere mit 1 Meter.
Eine Schätzung der Fallrate ist aus fotografisch aufgezeichneten Meteorbahnen möglich (Meteorit – Wikipedia). Die Daten aus einem Kameranetzwerk in Kanada ergaben über einem Gebiet von 1,26 Millionen Quadratkilometern folgende Zahlen für Fälle über 0,1 kg pro Jahr: Gesamtfläche der Erde: 19.000 Fälle; Landfläche der Erde: 5.800 Fälle; auf 1 Million km²: 39 Fälle. Daraus würde sich für die 0,36 Mio. km² Deutschlands eine Fallrate von etwa 14 Fällen pro Jahr ergeben. Über die Erde gemittelt spricht man von einem niedergehenden „Fluss extraterrestrischen Materials“, der ca. 100 Tonnen pro Tag beträgt.
