Sternhimmel im September

Am 1. September ist der meteorologische Herbstanfang. Am 23. September ist Äquinoktium (Tag und Nacht zeitlich gleich lang) und damit der astronomische Herbstanfang.

Die Dämmerung setzt jeden Tag etwa zwei Minuten früher ein

Sonnenuntergangszeiten:          01.Sept. 20:13 Uhr            15. Sept. 19:44 Uhr              30. Sept. 19:12 Uhr

Mond

Am 10. September werden bei Vollmond und geringem Erdabstand ungünstige Beobachtungsverhältnisse für sogenannte „Deep-Sky“ Objekte sein. Bei Neumond werden sie am 25. September viel besser sein. (als Deep Sky Objekte werden solche bezeichnet, welche sich außerhalb unseres Sonnensystems befinden)

Der Blick in nördliche Richtung zu den zirkumpolaren und damit ganzjährig sichtbaren Sternbildern zeigt den Großen Wagen nach Nordwesten herabgesunken, die Kassiopeia (das Himmels-W) steigt im Nordosten auf. Die Kastensterne des Großen Wagens weisen die Richtung zum Polarstern, ein Doppelstern und Hauptstern des Kleinen Wagens, auch kleiner Bär genannt.

Am Westhimmel verschwindet das Sternbild Jungfrau. Darüber ist der Bärenhüter mit dem Hauptstern Arkturus noch gut sichtbar.

In der ersten Nachthälfte ist noch gut das, hoch am Himmel stehende, Sommerdreieck zu sehen, gebildet mit Wega (in der Leier, hellster Stern der Nordhalbkugel und als Einsteigerobjekt in der Astrospektroskopie sehr beliebt), Atair oder Altair (im Adler) und Deneb (im Schwan). In letzterem Sternbild ist am Kopf auch der prachtvolle Doppelstern Albireo (mit bläulicher und rötlicher Komponente) zu finden. Astrofotographen richten ihre Geräte gerne auch auf den Nordamerika- sowie den Cirrusnebel.

In der Leier lohnt ein Blick zwischen die beiden hellen, von der Wega abgelegenen Sterne. Dort findet man den Ringnebel ( M57), ein ca. 2200 Lichtjahre (LJ) entfernter Stern, der die äußere Gashülle abgestoßen hat. Bei Aufnahmen mit einigen Minuten Belichtungszeit kann man den heißen Zentralstern erkennen, welcher durch seine starke UV-Strahlung die sich ins All ausbreitende Gashülle zum Leuchten anregt.

Recht nahe bei Wega findet man mit Epsilon Lyrae ein hübsches Vierfachsternsystem der vierten Größenklasse mit zwei visuellen Doppelsternen („double-double“)

Westlich der Leier lohnt sich ein Blick auf den Kugelsternhaufen M13 im Herkules.

Am Osthimmel tauchen die Herbststernbilder mit dem Pegasus- oder Herbstquadrat auf, an welches sich die Sternenkette der Andromeda anschließt. Bei sehr klarer Luft und sehr dunklem Himmel kann man mit bloßem Auge einen ovalen Lichtfleck erkennen, die 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Andromedagalaxie. Im Fernglas oder Teleskop ist sie auch bei weniger guten Beobachtungsbedingungen problemlos zu sehen. Auch die Sternbilder Perseus und Walfisch (Cetus) tauchen am Herbsthimmel auf (darüber mehr in der Oktobervorschau).

Planeten

Im Herbst erscheinen wieder die hellen Planeten am Nachthimmel. Vor allem Saturn und, etwas später aufgehend, Jupiter sind gut und lange sichtbar. Am 26. Sept. steht Jupiter der Erde relativ nahe ( „nur“ 591 Millionen Kilometer) und genau gegenüber steht die Sonne, diese Stellung bezeichnet man als „Opposition zur Sonne“. Man wird seine vier großen Monde gut sehen können.

Der rötliche Mars erscheint am Monatsanfang gegen 23 Uhr im Nordosten im Sternbild Stier, dessen Hauptstern Aldebaran orange ist, und wird im Laufe des Monats immer früher aufgehen, heller und besser sichtbar werden.

Frühaufsteher werden die Venus als Morgenstern tief am Osthimmel nicht mehr sehen können.

Der abnehmende Mond bedeckt in der Nacht vom 14. auf 15. September gegen Mittenacht den grünlichen Uranus.

Neptun, der sonnenfernste Planet, befindet sich in der Nacht vom 16. auf 17. September in Opposition. Er ist dann 4,33 Milliarden km (entspricht etaw 4 Lichtstunden) von der Erde entfernt und kann als kleines bläuliches Scheibchen nur im Teleskop gesehen werden.

 

-rds-